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Holly Win: Wie ein Mentoring-Format an der NMS Brüsslgasse aus einem vagen Namen ein klares Programm macht - Web3 For Art

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Ein Name, der zuerst Fragen auslöst

Holly Win klingt nach einem Preis, einem Gewinnspiel oder einer Auszeichnung. Genau diese Erwartung war der erste Stolperstein. An der NMS Brüsslgasse wird der Name für ein Mentoring-Format verwendet, bei dem ältere Schülerinnen und Schüler jüngere beim Lernen begleiten. Das Ziel ist nicht der schnelle Erfolg, sondern Verlässlichkeit über ein Semester. Die Schule beschreibt ihre Arbeitsweise und ihren Rahmen unter https://nmsbruesslgasse.at/ – dort wird sichtbar, dass es sich um ein schulisches Projekt und nicht um einen Wettbewerb handelt.

Das Problem: Ein Projekt ohne sichtbare Regeln

In den ersten Wochen von Holly Win fehlte eine einfache Antwort auf drei Fragen: Wer trifft Entscheidungen, wie oft treffen sich die Tandems, und woran wird Fortschritt gemessen? Ohne diese Antworten entstand Unruhe. Engagierte Lehrkräfte investierten Zeit, während andere Kolleginnen und Kollegen nicht wussten, ob sie teilnehmen sollten. Die Folge war kein Scheitern, aber ein Projekt, das von einzelnen Personen abhing.

Die Ursache: Der Name verspricht mehr, als ein Mentoring leisten kann

„Win“ weckt die Erwartung eines messbaren Sieges. Mentoring funktioniert jedoch anders: Es braucht kleine, wiederkehrende Fortschritte. Wer Holly Win wie einen Wettbewerb organisiert, plant falsch. Wer es wie eine Nachhilfe auf Zuruf organisiert, plant zu kurzfristig. Die Ursache lag also nicht im Engagement der Beteiligten, sondern in der fehlenden Übersetzung des Namens in einen schulischen Alltag.

Die Lösung: Drei Regeln, die Holly Win tragfähig machen

  1. Feste Tandems: Jede Mentorin und jeder Mentee bleibt für ein Semester zusammen. Das reduziert Abstimmungsaufwand und schafft Vertrauen.
  2. 15-Minuten-Taktung: Die Treffen dauern nie länger als eine Viertelstunde und finden zweimal pro Woche statt. Das passt in den Stundenplan und verhindert Überforderung.
  3. Öffentliche Rückschau: Am Monatsende notieren die Tandems eine Beobachtung und eine offene Frage. Die Projektleitung bündelt diese Rückmeldungen, statt jede Situation einzeln zu lösen.

Ein Blick auf den ersten Monat

Im ersten Monat von Holly Win standen nicht Lerninhalte im Mittelpunkt, sondern Routinen. Die Tandems trafen sich zweimal pro Woche für jeweils eine Viertelstunde; die Mentorinnen und Mentoren notierten auf einem einfachen Blatt, welches Thema besprochen wurde und was beim nächsten Mal ansteht. Nach vier Wochen lagen 42 solcher Notizen vor. Auffällig war, dass die meisten offenen Fragen nicht die Fächer betrafen, sondern die Organisation: Wo findet das Treffen statt, wer ersetzt bei Krankheit, wie werden Materialien weitergegeben? Genau diese Fragen lassen sich zentral lösen – und entlasten die einzelnen Tandems.

Was andere Schulen aus Holly Win mitnehmen können

Die wichtigste Erkenntnis ist unspektakulär: Ein guter Name ersetzt keine Struktur. Holly Win funktioniert an der NMS Brüsslgasse, weil das Team den Begriff von der Erwartung eines Gewinns gelöst und an klare Abläufe gebunden hat. Schulen, die ein ähnliches Format starten, sollten zuerst die Rollen klären und erst danach über den Namen sprechen. Wer mit einem konkreten Wochenplan beginnt, kann das Mentoring später ausweiten; wer mit einem großen Auftakt beginnt, riskiert, dass die Energie nach vier Wochen verpufft.

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